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Inka Neubert
Vanille Eis (Uraufführung)

Eine Produktion des INTEATA im Freien Werkstatt Theater
Premiere: 25. Oktober 2006
Besetzung: Anja Jazeschann, Fiona Metscher, Radostine Vasileva, Ingo Heise, Jo Schmitt

Regie: Inka Neubert, Ausstattung: Alireza Varzandeh, Musik: Jens Massel

Zum Stück:
Arbeiten oder nicht arbeiten (können) ist zur zentralen Lebens- und Überlebensfrage geworden, die uns bis in unsere Träume und Albträume verfolgt. Teils melancholisch, teils ironisch beschreibt das Stück Zustände und Abgründe unserer Arbeitswelt und sucht trotz allem vergnügliche Auswege oder Abwege. Immer wieder wird der Blick geweitet für die globalen Zusammenhänge. Analyse, Zuspitzung durch Kontrastierung von Fakten und der Versuch in einer unübersichtlichen Welt eine Utopie zu entwickeln, bestimmen den Text und fordern den Zuschauer heraus.

Zur Autorin:
„Vanille Eis“ ist der erste Theatertext von Inka Neubert. Sie arbeitet seit 1997 als freie Regisseurin in Köln, Stuttgart und Paderborn und ist Mitbegründerin und künstlerische Leiterin des INTEATA. Mit ihren Inszenierungen literarisch anspruchsvoller Bühnentexte hat sich Inka Neubert in der Theaterszene Köln einen Namen gemacht. Bereits zwei Mal, 1997 und 1999 erhielt sie den Kölner Theaterpreis – zuletzt für die Inszenierung Roland Schimmelpfennigs „Die ewige Maria“. 2004 erhielt sie für die Inszenierung von „Kieselasche“ den Preis THEATERZWANG 2004 des 11. Festivals Freier Theater NRW.

Pressestimmen:

Das also ist der Abschied der zweifachen Theaterpreisträger von Köln! Fünf Schauspieler in Strandkostümen, die sich psychedelisch verlangsamt an einem Strand von Antragsformularen suhlen. Formularen vom Arbeitsamt - um Arbeitslosigkeit geht es in Inka Neuberts Stück "Vanille Eis". Lange Zeit isoliert voneinander monologisieren die Figuren in der letzten Kölner Aufführung des Inteata über Ich-Verlust und innere Leere. Spannend ist die formale Ebene der Inszenierung; ein minimalistischer Klangteppich unterlegt die richtungslosen Ausbruchsversuche des Bühnenpersonals, und Alireza Varzandehs stets raffinierte Ausstattung deutet andere Sinnebenen an. Brillant: die naiven Kommentare der im Publikum plazierten Schauspieler, das Schaulaufen des Sekretärinnentrios in der Mittagspause, das selig lallende Finale am Strand.
Oliver Cech, Kölner-Stadt-Anzeiger

"Man muss ja heute froh sein, wenn man Stress hat", denn die Alternative ist möglicherweise Arbeitslosigkeit. Andererseits sollte man nicht zu gut sein, weil hohe Gewinne die Bereitschaft der Firma steigern, sich von ihren Angestellten zu trennen. Neuberts eigener Text betrachtet das Phänomen Arbeit aus verschiedenen Perspektiven. Es gibt solche, die arbeiten und einen, der an der Welt verzweifelt, weil er plötzlich in Anzug und Krawatte vor einem leeren Büro steht. Während die Arbeitenden vergeblich Entspannung suchen, sitzen die Arbeitslosen mit sich alleine in einer Art Psychohölle. Als Chimäre eines besseren Lebens taucht ein Abenteurer auf, der vom selbstbestimmten Dasein redet. Wirklich haben will das aber niemand. Inka Neubert entwirft eine Art Sprachteppich. Das bleibt oft bedeutungslos, hat aber pointierten Witz. Subtil ist die Bühne (Alireza Varzandeh) konstruiert: Der Arbeitslose bleibt zunächst hinter einer transparenten Wand von der Welt "abgeschnitten", und gegen Ende beginnt sich das Bühnenbild nach vorne zu verschieben, so dass ein beklemmendes Gefühl der Enge entsteht.
Thomas Linden, Kölnische Rundschau