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„Das Matterhorn ist schön“ (Deutsche Erstaufführung)
Ein Theater von Beat Sterchi.
INTEATA im eh. British Council ("Die Brücke").
Premiere: 10. Oktober 2002, 20 Uhr
Aufführungsrechte beim teaterverlag elgg.

Die Besetzung
Inszenierung: Inka Neubert, Bühne: Alireza Varzandeh
Kostüme: Susanne Hanf, Musik: ebasa & Felix Petry, Choreografie: Ingo Diehl
Mit: Christiane Scheda, Christiane Schoon, Evelyn Tzortzakis, Marco Aurel, Hanno Dinger, Peter Stemler

Zum Stück
"Das Matterhorn ist schön" beschreibt verschiedene Etappen einer Reise zum legendären Gipfel von Zermatt. Doch es sind nicht die Personen, die wandern, sondern die Sätze. "Ziel ist das Matterhorn. Angereist wird auf dem Rücken der Sprache. Die Identität der Reiseteilnehmer lässt sich so leicht nicht festmachen. Es ist ein undisziplinierter Haufen. Sie weichen vom Weg ab, ändern ihre Motive. Sie verwechseln sich. Handys sind wichtig. Sie verwechseln ihre Handys. Sie sind alle schön! Alles ist schön! Sie haben Stil! Alles hat Stil! Wichtig ist nicht, was sie sagen. Wichtig ist, dass sie es sagen." (Beat Sterchi)

Zum Autor
Beat Sterchi, geboren 1949 in Bern, lebt nach Aufenthalten in Kanada, Honduras und Spanien seit einigen Jahren wieder in seiner Heimatstadt, wo er als freier Autor und Lehrbeauftragter für Schreibwerkstätten arbeitet.
Er schreibt Kurzprosa, Kolumnen, Reportagen, Hörspiele, Buch- und Theaterkritiken. Bisher sind mehrere Bücher erschienen: Seine Theaterstücke sind meist in enger Zusammenarbeit mit dem Berner Ensemble entstanden und wurden dort auch uraufgeführt. "Das Matterhorn ist schön" wurde im Jahr 2000 in der Schweiz uraufgeführt. Im Dezember 2001 wurde Sterchi für "Das Matterhorn ist schön" mit dem Buchpreis der Stadt Bern ausgezeichnet.

Pressestimmen

Sechs Menschen, die das Schweigen nicht ertragen können und dankbar jeden Begriff aufnehmen, um ihn endlos zu wenden und wiederzukäuen. Dass dabei gute Laune herrscht, versteht sich von selbst. Dass dieser Laune etwas manisches anhaftet, ebenfalls – zumindest wenn Inka Neubert vom INTEATA Regie führt. Den Reaktionsketten ihrer Reisegruppe auf dem Weg nach Zermatt unterlegt sie heftige Affekte, kontrastiert die Gruppenbeschwörungen gemeinschaftlichen Wohlbefindens mit aufwallendem Zorn, Gereiztheit, gelegentlicher Hysterie. Dass diese Affekte sich im luftleeren Raum entladen – schließlich intoniert das Sextett gerade eine Fuge über die Vorzüge von Brot oder Wasser oder die Schönheit des Matterhorns - entlarvt die Sprache als schieren Schein und sorgt für Amüsement. Ein Kunstwerk für sich ist erneut das Bühnenbild Alireza Varzandehs, ganz in Plastik gehalten, versehen mit Gucklöchern und Falltüren.
Oliver Cech, Kölner Stadt-Anzeiger

Wie herrlich könnte die Ruhe in Zermatt sein, wenn nicht dauernd irgend jemand reden würde! Dass dieser Wortschwall trotz Satzschleifen, echohaften Doppelungen und Nichtigkeiten so charmant und witzig rüberkommt, ist auch der Verdienst der Regisseurin Inka Neubert und ihres glänzenden Schauspielerensembles.
Einblick

Das Stück ist hinreißend banal. Diesen „Nicht“-Inhalt eines Stücke gut zu inszenieren, das ist Neuberts Kunst. Es gelingt ihr mit sechs gut aufgelegten SchauspielerInnen und zwei schrägen Musikern. So extrem die Textgrundlage, so extrem auch die Inszenierung zwischen überdrehter Geschwindigkeit und totalem Stillstand – dazwischen gibt’s nix. Die wunderbare Inszenierung zeigt: Der Mensch zerredet gerne und erfolgreich.
Bernhard Krebs, TAZ