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| "Ein Text, der das Theater sein will, nichts weniger als das ganze Theater, braucht den Regisseur nicht als Erfüllungsgehilfen, sondern als Gegner. Ein Text, der sämtliche Bilder usurpiert, braucht die Bühne als Gegenwelt." (John von Düffel) Die Unbekannte mit dem Fön von John von Düffel Nominiert für den Kölner Theaterpreis 2000 Aufführungsrechte beim Merlin-Verlag INTEATA im Kölner Filmhaus Premiere: 18.03.2000 Inszenierung: Inka Neubert Bühne, Kostüme, Licht: Alireza Varzandeh Musikauswahl: Michael Busch Dramaturgie: Sandra Nuy Körperarbeit: Ingo Diehl Mit: Stefanie Mühle, Thomas H. Mueller, Dirk Schmidt Technische Leitung: Stephan Schmidt Regie-/Produktionsassistenz: Yvonne Strombach Regie-/Dramaturgieassistenz: Holger Kuklik Hospitanz: Volker Stephan Lather Das Stück Eine Frau entsteigt der Badewanne, nicht besonders lebendig aussehend, einen Fön in jeder Hand. Was um alles in der Welt hat sie umgebracht? Und warum? Eine Frau sucht ihre Geschichte. Die Geschichte ist die Geschichte einer Erinnerung. Oder die Erinnerung einer Geschichte - zwischen CafÈ und Badezimmer, Mondscheinspaziergängen am Tag und der Zigarette danach, zwischen Liebe und Hass. Das Ende: ein als Umarmung verkleideter Mord? Der Autor John von Düffel, Jahrgang 1966, studierte in Schottland und Freiburg Philosophie, Germanistik und Volkswirtschaft. 1989 Promotion über Erkenntnistheorie. Er war als Theater- und Filmkritiker, als Hörspielautor, Dramatiker und übersetzer tätig. Nach Stationen in Stendal, Basel und Bonn ist John von Düffel jetzt als Dramaturg am Thalia-Theater Hamburg engagiert. Sein Debüt-Roman "Vom Wasser" (1998) wurde mehrfach ausgezeichnet. Mehrere Uraufführungen am Schauspiel Bonn; z.B. "Balkonszenen" (2000/2001) oder "Othello.Therapie" (2001), beide in der Regie von Beat Fäh. Zuletzt erschien der Roman "Ego". Pressestimmen: Statt Formexperiment und spielerischen Reflexionen über das Schreiben gibt es bei Neubert eine Beziehungskiste: Mann und Frau im „Rosenkrieg“. So wird man Zeuge von Eifersucht, Mißverständnissen und Bösartigkeiten. Das klingt ein bißchen nach „hatten wir alles schon“ - und genau damit spielt die Inszenierung. (...) Den Schauspielern gelingt das narrative Spiel ganz hervorragend, denn geschickt vermeidet die Inszenierung eine Doppelung von Gesprochenem und Dargestelltem. Eine ganz neue eigentümliche Spannung ergibt sich so zwischen dem Düffel-Text von 1994 und Neuberts Umsetzung - und selbstbewußt läßt die zweimalige Theaterpreisträgerin schließlich das Bild über das Wort siegen: Die Frau pflückt einen Apfel vom plötzlich neonleuchtenden Baum - nach dem Sündenfall konnte es eben nichts mehr werden zwischen Mann und Frau... Nicole Strecker in der Kölnischen Rundschau vom 25.03.2000 Wer auch immer der freien Theaterszene mangelnde Initiative und Einfallsreichtum vorwirft, kennt noch nicht die Energiebündel der neu installierten Truppe INTEATA, die im Keller des Filmhauses eine aufregende Spielstätte gefunden haben. Rund um die zwei Mal mit dem Kölner Theaterpreis ausgezeichnete Regisseurin Inka Neubert, den Maler Alireza Varzandeh und die Dramaturgin Sandra Nuy haben sich kreative Kräfte geschart, die bereits mit ihrer ersten Produktion gezeigt haben, daß sie nicht den Weg des geringsten Widerstands einschlagen werden. Vielmehr erweist sich John von Düffels Stück als ein kompliziertes, kunstvoll ineinander verzahntes Schachtelsystem, das von den drei Darstellern äußerste Konzentration verlangt. (...) Archäologen gleich legen die Protagonisten ihre Erinnerungen bloß, ohne im eigentlichen Sinne miteinander zu sprechen. Ganz so als gehorchten sie einer übergeordneten Instanz, berichten sie von ihren Gedanken und Gefühlen, den wechselseitigen Verletzungen und hautnahen Begegnungen. Marianne Kolarik im Kölner Stadt-Anzeiger vom 24.03.2000 Inka Neubert, 1997 und 1999 mit dem Kölner Theaterpreis für die beste freie Produktion ausgezeichnet, ist in der Kölner Theaterszene längst keine Unbekannte mehr. Von Düffels virtuos irritierendes Sprachspiel „Die Unbekannte mi6t dem Fön“ inszeniert sie in Alireza Varzandehs filigranem Bühnenbild mit der spielerischen Distanz des Probehandelns, das den drei guten jungen Darstellern bei aller Identifikationsverweigerung genug Spielraum zwischen Rollen- und Erzählhaltung lässt. Elisabeth Einecke-Klövekorn im General-Anzeiger Bonn vom 25./26. März 2000 |

